Fasten

Autophagie: Fasten und die Zellreinigung

Der Autophagie-Prozess sichert das Überleben einzelner Zellen und ist zeitgleich ein “Suizid-Programm” für geschädigte Zellen, die aus dem Organismus entfernt werden müssen. Molekularer Zellmüll wird von einer Membran verpackt und den Lysosomen zugeführt, wo die Zellbestandteile wiederverwertet werden. Durch lange Fastenperioden wie beispielsweise beim Intervallfasten kann die Selbstreinigung der Zellen verstärkt werden. Weitere Auslöser sind Kaffee, Spermidin oder körperliche Ertüchtigung.

Die Autophagie, oder genauer Autophagozytose ist ein lebensnotwendiger Prozess in unserem Körper und ein sehr präsenter Vorgang beim Fasten.

Erfahre in diesem Artikel unter anderem:

  • Was ist Autophagie?
  • Warum verstärkt Fasten die Autophagozytose?
  • Welche spermidinhaltige Lebensmittel wirken sich positiv auf die Zellreinigung aus?

Was ist Autophagie?

Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern auto (=selbst) und phagein (=essen) zusammen und bedeutet somit so viel wie „selbstfressen“.

Genau genommen werden im Prozess der Autophagie beschädigte oder funktionslose Körperzellen verdaut und aus unserem Organismus entfernt.

Autophagie ist so etwas wie die Müllabfuhr in unserem Körper, die schlechte Zellen entfernt und durch gute ersetzt.

Sie spielt in unserem Körper eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Viren und Bakterien und nimmt eine gesonderte Rolle im Alterungsprozess ein.

Würden wir diesen Detox-Prozess nicht in unserem Körper haben, würden keine fehlgefalteten Proteine oder beschädigte Zellorganellen abgebaut werden und unser Körper wäre eine einzige “Zell-Müllhalde”.

Ohne Autophagie können wir also nicht überleben!

Autophagie einfach erklärt: Du kannst Dir Autophagie so vorstellen, dass die Zelle eine Hülle um die Bestandteile legt, die abgebaut werden müssen. Diese Hülle schließt sich anschließend zum sogenannten Autophagosom, welches mit Lysosomen verschmilzt. Lysosomen sind Zellorganellen, die unter anderem Enzyme enthalten. Diese Enzyme können die in der Hülle enthaltenen Zellbestandteile aufspalten und zerlegen, sodass Abbauprodukte aus den Körperzellen ausgeleitet werden.

Was hindert und blockiert die Autophagie?

Noch immer propagieren sogenannte Experten Mahlzeitenfrequenzen von 5-6 Mahlzeiten am Tag. Dies soll angeblich eine bessere Nährstoffversorgung im Körper gewährleisten.

Nicht nur das Argument einer besseren Nährstoffversorgung ist faktisch falsch, auch die Autophagie wird durch diese Ernährungsweise gehemmt.

Durch die hohe Mahlzeitenfrequenz wird der Insulinspiegel immer wieder erhöht und befindet sich schließlich auf einem durchgängig hohen Niveau.

Mit einem erhöhten Insulinspiegel kann die Autophagie nicht ordnungsgemäß ablaufen. Dies ist damit zu erklären, dass Insulin ein stark anaboles Hormon ist, das dem Körper signalisiert, genügend Energiereserven zu haben.

Dies führt wiederum dazu, dass abbauende Prozesse im Körper zu kurz kommen und die Zellreinigung gehemmt wird.

Tipp: Die Mahlzeitenfrequenz sollte somit bei höchstens 3 Mahlzeiten täglich gehalten werden, um dem Körper ausreichend Zeit für die Autophagie zu geben.

Übrigens: Neben einer hohen Mahlzeitenfrequenz, Alkohol und einer ungesunden Ernährung gibt es auch Medikamente, welche die Autophagie hemmen. So soll das Medikament Chloroquin beispielsweise die Zellreinigung hemmen. Das Medikament sollte jedoch nicht auf eigene Faust abgesetzt werden, zunächst sollte ein Arzt konsultiert werden.

Was aktiviert und verstärkt die Autophagie?

Die beste Methode, um seine Autophagie positiv zu beeinflussen ist Intervallfasten. Durch die Fastenperioden ohne ständige Verdauungsprozesse kann der Prozess im Körper auf Hochtouren laufen.

Dies begünstigt unter anderem:

  • Bessere Regeneration der Zellen
  • Gehemmte Alterungsprozesse in den Zellen (eine gut funktionierende Autophagie wirkt wie ein wahrer Jungbrunnen für uns)
  • Stärkeres Immunsystem

Weitere Autophagie-Auslöser sind:

  • Physischer Stress (In Form von Kraft- und/oder Ausdauertraining)
  • Kalorienreduktion (Die durch das Fasten begünstigt wird)
  • Kaffee (Studien bestätigen, dass Kaffee am Morgen ein Autophagie-Auslöser ist)
  • Spermidin-haltige Lebensmittel

Übrigens: Im Jahr 2016 ging der Medizin-Nobelpreis an den Japaner Yoshinori Ohsumi für seine Arbeit zur Autophagie. Er zeigte auf, welche Wichtigkeit dieser Prozess in unserem Körper hat und wie er uns vor dem Altern und vor Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Herzerkrankungen schützt.

In folgendem Video erklärt Mediziner Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, warum Fasten uns vor Krankheiten schützen kann und welche Rolle die Autophagie dabei spielt:

https://www.youtube.com/watch?v=BGQ9rAdmgUw&feature=emb_title

Autophagie mit Lebensmitteln (Spermidin) verstärken

Ein sehr wichtiger Autophagie-Faktor ist der Zeitpunkt unserer Nahrungsaufnahme. Durch gezielten Nahrungsverzicht (Fasten) können wir die Reinigung der Zellen verstärken.

Doch auch mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln können wir die Autophagie ankurbeln und von unserer Gesundheit somit Vorteile verschaffen.

Das Stichwort dazu heißt Spermidin.

Spermidin ist ein sogenanntes Polyamin, welches in allen lebenden Organismen vorkommt und eng mit dem Zellwachstum verbunden ist.

Spermidin wirkt verstärkend auf die Autophagozytose und konnte in Tierversuchen sogar eine lebensverlängernde Wirkung zeigen.

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Letztes Update am November 30, 2021 5:34 am

Indem wir Lebensmittel zu uns nehmen, die viel Spermidin enthalten, können wir unsere Autophagie also ebenfalls unterstützen. Spermidin-haltige Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • reifer Käse (hier scheint es einen Unterschied zwischen den verschiedenen Käsesorten zu geben, der noch nicht abschließend geklärt ist)
  • Äpfel, Weintrauben, Grapefruit
  • Champignons
  • Sojabohnen
  • Kichererbsen
  • Weizenkeimlinge und Sprossen

Das ganze Spermidin-Thema ist noch nicht vollständig erfroscht, weshalb auch keine genauen Angaben zum Vorkommen von Spermidin in den jeweiligen Lebensmitteln vorliegt.

Sobald die Wissenschaft neue Erkenntnisse veröffentlicht, werden wir diese Informationen in unserem Artikel anpassen.

Doch auch andere Lebensmittel sollen sich positiv auf die Aktivierung der Autophagie auswirken. Dazu zählen:

  • Ingwer
  • Grüntee
  • Brokkoli
  • Kurkuma
  • Reishi

Schon gewusst? Die Autophagie wurde erstmals bereits in den 1960er Jahren entdeckt, aber ihre grundlegende Bedeutung wurde erst nach Yoshinori Ohsumis Forschung in den 1990er Jahren erkannt.

Erkenntnisse aus der Krebsforschung

Durch den Effekt, dass Zellschrott von der Autophagie abgeführt wird, ist vor allem die Krebsforschung auf den Prozess aufmerksam geworden.

Momentanen verneinen Krebsspezialisten die Annahme, dass Fasten und die damit einhergehend verstärkte Autophagie, bestehende Krebserkrankungen stoppen und Krebszellen hemmen kann.

Aber: die vorbeugende Wirkung des Fastens konnte durch Studien belegt werden. In Tierstudien konnte nachgewiesen werden, dass die Autophagie die Entstehung von Turmorzellen hemmt und verlangsamt.

Die Autophagozytose wird also auch in Zukunft noch eine wichtige Rolle in der Krebsforschung spielen.

Kann ich durch Autophagie schneller abnehmen?

Dass Autophagie auch aktiv beim abnehmen helfen würde und damit Körperfett reduziert, ist ein Irrglaube. Aktiv kann der Prozess keine überflüssigen Pfunde verschwinden lassen.

Aber: Der größte Autophagie-Verstärker ist das 16/8 Fasten, welches durch hormonelle Prozesse und durch eine geringere Kalorienzufuhr beim abnehmen hilft.

Intervallfasten ist also eine geeignete Methode, um einerseits die Zellreinigung zu verstärken und andererseits den Körperfettanteil zu reduzieren.

Fazit

Die Autphagie, oder auch die Müllabfuhr unserer Zellen ist definitiv einer der gesündesten und wichtigsten Prozesse in unserem Körper.

Ohne diese lebensnotwendigen Abläufe in unserem Organismus wären wir nicht überlebensfähig. Du solltest wissen, dass Du diesen Prozess positiv beeinflussen kannst und somit Deine Gesundheit in Deiner eigenen Hand liegt.

Gut für die ZellreinigungSchlecht für die Zellreinigung
lange Abstände zwischen den Mahlzeitenviele Mahlzeiten mit kurzen Abständen
leichtes Kaloriendefizit (Kalorienrestriktion)ständiger Kalorienüberschuss
Sport (Kraft- und Ausdauersport)Bewegungsmangel
Kaffee und Lebensmittel mit Spermidinungesunde Ernährung mit viel ungesundem Fett und Alkohol

Quellen:
ugb.de

Wikipedia.org
Nature.com
ncbi.gov (Studie)
microbialcell.com

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