Fasten und die Autophagie

Die Autophagie, oder genauer Autophagozytose ist ein lebensnotwendiger Prozess in unserem Körper und ein sehr präsenter Vorgang beim Fasten.

Dieser Artikel soll einen Überblick geben, was Autophagie ist, welche Rolle sie beim Fasten spielt und wie wir unsere Autophagie mit gezielter Ernährung beeinflussen können.

Was ist eigentlich Autophagie?

autophagie fasten

Wichtige Fragen schnell beantwortet: Wichtige Fragen schnell beantwortet:
  • Wann setzt die Autophagie ein?
    Wann genau die Autophagie “einsetzt”, lässt sich pauschal nicht beantworten, da dies von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist und von verschiedenen Faktoren abhängig ist.
  • Wie kann ich die Autophagie auslösen, beziehungsweise verstärken?
    Durch lange Fastenperioden wie beispielsweise beim Intervallfasten im 16 zu 8 Stil kann die Selbstreinigung der Zellen verstärkt werden. Weitere Auslöser sind Kaffee, Spermidin oder körperliche Ertüchtigung.

Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern auto (=selbst) und phagein (=essen) zusammen und bedeutet somit so viel wie „selbstfressen“. Genau genommen werden im Prozess der Autophagie beschädigte oder funktionslose Körperzellen verdaut und aus unserem Organismus entfernt.

Autophagie ist so etwas wie die Müllabfuhr in unserem Körper, die schlechte Zellen entfernt und durch gute ersetzt.

Sie spielt in unserem Körper eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Viren und Bakterien und nimmt eine gesonderte Rolle im Alterungsprozess ein.

Würden wir diesen Detox-Prozess nicht in unserem Körper haben, würden keine fehlgefalteten Proteine oder beschädigte Zellorganellen abgebaut werden und unser Körper wäre eine einzige Müllhalde.

Ohne Autophagie können wir also nicht überleben!

Autophagie und Intervallfasten – wie passt das zusammen?!

Was hat dieser Prozess denn nun mit dem Fasten zu tun?

Der Prozess ist essenziell für unseren Körper und gewährleistet den Erhalt einer gesunden Zelle. Was vielen aber nicht bewusst ist: Man kann diesen Prozess der Autophagie aktiv unterstützen – oder eben auch hemmen.

Was beeinflusst die Autophagie negativ?

Noch immer propagieren Ernährungsberater und selbsternannte Fitness-Gurus Mahlzeitenfrequenzen von 5-6 Mahlzeiten am Tag. Dies soll angeblich eine bessere Nährstoffversorgung im Körper gewährleisten.

Nicht nur das Argument einer besseren Nährstoffversorgung ist faktisch falsch, auch die Autophagie wird durch diese Ernährungsweise gehemmt.

Durch die hohe Mahlzeitenfrequenz wird der Insulinspiegel immer wieder erhöht und befindet sich schließlich auf einem durchgängig hohen Niveau.

Mit einem erhöhten Insulinspiegel kann die Autophagie nicht ordnungsgemäß ablaufen. Dies ist damit zu erklären, dass Insulin ein stark anaboles Hormon ist, das dem Körper signalisiert, genügend Energiereserven zu haben.

Dies führt wiederum dazu, dass abbauende Prozesse im Körper zu kurz kommen und die Zellreinigung gehemmt wird.

Tipp: Die Mahlzeitenfrequenz sollte somit bei höchstens 3 Mahlzeiten täglich gehalten werden, um dem Körper ausreichend Zeit für die Autophagie zu geben.

Was beeinflusst die Autophagie positiv?

Die beste Methode, um seine Autophagie positiv zu beeinflussen ist Intervallfasten (zum Beispiel nach der 16/8 Methode). Durch die Fastenperioden ohne ständige Verdauungsprozesse kann die Autophagie im Körper auf Hochtouren laufen.

Dies begünstigt unter anderem:

  • Bessere Regeneration der Zellen
  • Gehemmte Alterungsprozesse in den Zellen (eine gut funktionierende Autophagie wirkt wie ein wahrer Jungbrunnen für uns)
  • Stärkeres Immunsystem

Weitere Autophagie-Auslöser sind:

  • Physischer Stress (In Form von Kraft- und/oder Ausdauertraining)
  • Kalorienreduktion (Die durch das Fasten begünstigt wird)
  • Kaffee (Studien bestätigen, dass Kaffee am Morgen ein Autophagie-Auslöser ist)
  • Spermidin-haltige Lebensmittel
Übrigens: Im Jahr 2016 ging der Medizin-Nobelpreis an den Japaner Yoshinori Ohsumi für seine Arbeit zur Autophagie.
Er zeigte auf, welche Wichtigkeit dieser Prozess in unserem Körper hat und wie er uns vor dem Altern und vor Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Herzerkrankungen schützt.

In folgendem Video erklärt Mediziner Prof. Dr. med. Andreas Michalsen, warum Fasten uns vor Krankheiten schützen kann und welche Rolle die Autophagie dabei spielt:

Autophagie mit Lebensmitteln verstärken

Ein sehr wichtiger Autophagie-Faktor ist der Zeitpunkt unserer Nahrungsaufnahme. Durch gezielten Nahrungsverzicht (Fasten) können wir die Reinigung der Zellen verstärken.

Doch auch mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln können wir die Autophagie ankurbeln und von unserer Gesundheit somit Vorteile verschaffen. Das Stichwort dazu heißt Spermidin:

Spermidin ist ein sogenanntes Polyamin, welches in allen lebenden Organismen vorkommt und eng mit dem Zellwachstum verbunden ist. Spermidin wirkt verstärkend auf die Autophagozytose und konnte in Tierversuchen sogar eine lebensverlängernde Wirkung zeigen.

Indem wir Lebensmittel zu uns nehmen, die viel Spermidin enthalten, können wir unsere Autophagie also ebenfalls unterstützen. Spermidin-haltige Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • reifer Käse (hier scheint es einen Unterschied zwischen den verschiedenen Käsesorten zu geben)
  • Äpfel, Weintrauben, Grapefruit
  • Champignons
  • Sojabohnen
  • Kichererbsen

Das ganze Spermidin-Thema ist noch nicht vollständig erfroscht, weshalb auch keine genauen Angaben zum Vorkommen von Spermidin in den jeweiligen Lebensmitteln vorliegt. Sobald die Wissenschaft neue Erkenntnisse veröffentlicht, werden wir diese Informationen in unserem Artikel anpassen.

Fazit

Die Autphagie, oder auch die Müllabfuhr unserer Zellen ist definitiv einer der gesündesten und wichtigsten Prozesse in unserem Körper.

Das sagt unsere Expertin Monica:
Ohne diese lebensnotwendigen Abläufe in unserem Organismus wären wir nicht überlebensfähig. Du solltest wissen, dass Du diesen Prozess positiv beeinflussen kannst und somit Deine Gesundheit in Deiner eigenen Hand liegt.

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11 Antworten

  1. Zeutschel sagt:

    Kann ich zur Fastenzeit Zitronensaft mit Wasser und oder Ingwerwasser trinken oder beeinflusst das die Autophagie. LG

  2. Sonja sagt:

    habe heute Morgen von der Autophagie im TV gehört und gesehen im Frühprogramm der ARD. Ein tolles Thema.
    Bin gleich eingestiegen zu Haus im Netz.Ich sage schon immer das regelmäßige Essen ohne Hungergefühl ist ungesund.

  3. Margita Wördemann sagt:

    Guten Tag,
    Bin 69 und seit 5 Tagen dabei.Habe manchmal in der Nacht Wachphasen und dann das Bedürfnis eine Gemüsebrühe zu trinken.
    Meine hat auf 100 ml 4 kcal.Ist das verträglich mit der Fastenzeit.Mache zum Einstieg 15/9.
    Danke im Voraus,
    Margita

  4. Christa sagt:

    Hallo, ist morgens ein Cappuccino mit Milch erlaubt?

  5. Katharina sagt:

    Hallo, ich trinke einen Schluck Milch gerne im Kaffee. Passt das in die Autophagie oder ist sie dadurch bereits gestört?
    LG Katharina

  6. Jutta sagt:

    Hallo, was kann man denn als Milchersatz für den morgendlichen Kaffee nehmen, sodass die Autophagie nicht gestört wird? Sojamilch, Cashewmilch?

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